Tiergestützte Intervention

Tierisch gute Therapeuten
"Ich habe die Dame noch nie so lachen sehen." Die Betreuerin im Seniorenstift hat Tränen in den Augen. Frau G. sitzt lächelnd in Ihrem Rollstuhl und spielt selbstvergessen mit Coco, einem Golden Retriever. Die alte Dame hat eine Demenz und nimmt sonst von ihrer Umwelt kaum noch etwas wahr. Mit Coco ist das anders.
Der Therapiehund kennt keine Demenz, keine Depressionen, kein Alt und kein Jung. Für ihn sind alle Menschen gleich. Völlig unvoreingenommen geht er auf die Leute zu und beginnt spielerisch mit seiner "Arbeit". 

Nutzen und Ziele tiergestützter Intervention

Tiergestützte Intervention kann körperliche, geistige und soziale Ressourcen alter Menschen erhalten und fördern, wo die Schulmedizin oft an ihre Grenzen stößt.
Das Spiel mit dem Hund, das Kraulen des Fells oder die Bewegungen seiner Zunge können zum Beispiel muskuläre Verkrampfungen lösen.
Gerade bei Demenzpatienten werden oft alte, schöne Erinnerungen wachgerufen. Der Hund stellt keine Ansprüche, die Stimmung ist daher locker und gelöst.
  • Physische Wirkung Mensch-Tier

    • Blutdrucksenkung: Zu den physischen Auswirkungen auf den Menschen gehört die Blutdrucksenkung. Durch Streicheln der Tiere sowie durch die reine Präsenz eines Tieres konnte eine Senkung des Blutdrucks nachgewiesen werden. Es kommt dadurch zu positiven Einflüssen auch im Hinblick auf die Puls- und Kreislaufsituation.

    • Muskelentspannung: Durch Körperkontakt und entspannter Interaktion kommt es zu einer Muskelentspannung, damit zur Verbesserung der Beweglichkeit.

    • Biochemische Veränderungen und hormonelle Auswirkungen: Durch Ausschüttung und Freisetzung von Hormonen und Endorphinen kommt es unter anderem zu einer Schmerzverringerung, Beruhigung, Stimmungsverbesserung, Stabilisierung des Immunsystems

    • Optimierung von Gesundheitsverhalten: Beim Kontakt zum Tier kommt es zu einer allgemeinen motorischen Aktivierung. Dadurch wird die Muskulatur trainiert sowie die Verdauung angeregt. Es kommt zu einer allgemeinen Anregung der eigenen Ressourcen. Es zeigt sich eine Appetitanregung. Die Beweglichkeit wird sekundär beeinflusst.

    • Praktische Unterstützung: Hier sind insbesondere Servicetiere wie z.B. Blindenhunde, Suchhunde, Epilepsiehunde etc. zu nennen


  • Psychische Wirkung Mensch-Tier

    • Kognitive Anregung und Aktivierung: Im Kontakt zu Tieren wird das Gedächtnis angeregt. Es kommt zu einem Austausch und Kommunikation mit anderen Menschen über frühere Erlebnisse mit Tieren. Die nonverbale und verbale Kommunikation wird gefördert. Es kommt zu einer Aufwertung der Orientierung sowie der Aufmerksamkeit.

    • Optimierung des Wohlbefindens: Tiere spenden Zuwendung, Trost und Begeisterung. Durch Berührung der Tiere zeigt sich Liebe und Zärtlichkeit. Es zeigt sich eine spontane Interaktion  mit Zuneigung und Begeisterung.

    • Optimierung der Kontrollmechanismen für sich selbst und die Umwelt: Es kommt zu Erfahrungen im Bezug auf die eigene Kontrolle und eigene Kompetenzen im Hinblick auf die Versorgung, Pflege und Führung der Tiere.

    • Optimierung des Selbstwertgefühls: Das Selbstwertgefühl wird verbessert. Bei der Versorgung der Tiere, z.B. beim Füttern der Tiere entsteht ein Gefühl des Gebrauchtwerdens.

    • Förderung von Sicherheit: Durch die unkritische Zuneigung der Tiere (Aschenputtel-Effekt) sowie durch die Nähe und Vertrautheit entsteht ein Gefühl der Sicherheit. Tiere haben gegenüber dem äußeren Erscheinungsbild von Menschen keine Vorurteile. Außerdem verbindet man allgemein eine gewisse Sicherheit nur alleine mit der Anwesenheit eines Tieres z.B. eines Hundes.

    • Stressreduktion, Beruhigung und Entspannung: Tiere wirken beruhigend. Sie spenden Trost und können ablenken. Es kommt zur Oxytocinausschüttung.

    • Psychische Wirkungen sozialer Integration: Im Rahmen tiergestützter Interventionen kommt es zur Erfüllung von Bedürfnissen nach Zusammenleben, Geborgenheit, Nähe und Gemeinsamkeit

    • Antidepressive Wirkung: Durch die oben genannten Wirkungen von Tieren wie Verbundenheit, Freude, Vertrauen, Zuwendung, Trost, Lebendigkeit und Spaß zeigt sich eine antidepressive Wirkung.


  • Soziale Wirkung Mensch-Tier

    • Aufhebung von Einsamkeit und Isolation: Alleine der Kontakt zu einem Tier wirkt einer Einsamkeit und Isolation entgegen. Es kommt zu Förderung von Kontakten sowie zur Kontaktvermittlung durch das Tier (soziale Katalysatoren), Tiere sind „Türöffner“.

    • Bedürfnis nach Beziehungen: Durch den Kontakt zu Tieren werden Beziehung und Verbundenheit erlebt.

    • Zusammengehörigkeit: Tiere bringen Gesprächsstoff mit sich. Sie fördern den Zusammenhalt einer Gruppe.

    • Vermittlung positiver Zuschreibungen wie Sympathie, Offenheit, Unverkrampftheit


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